Der Brauch

Klausentreiben und Bärbelespringen im Allgäu

Das Klausentreiben ist ein überlieferter Brauch im Alpenraum. Heidnischen Ursprungs galt es doch die „Bösen Geister und Dämonen“ in den langen und dunkeln Nächten des Winter`s auszutreiben!

 

So verkleideten sich die ledigen Burschen, zogen sich Felle aller Art an, banden sich Schellen und Ketten um den Leib, um so mit viel Lärm in der Nacht durch die Orte zu Poltern und damit die Unholde zu vertreiben! Damals Rumpelte man noch durch die Häuser und schlug auf alles ein was sich da bewegte!

 

Im Jahr 1976 gründeten ein paar Sonthofener Burschen den Klausenverein Sonthofen. *Es war genau am 28.11.1976 (*Anmerkung der Redaktion).

 

Er war der erste, der dem fast ausuferndem Treiben Regeln und Richtlinien gebot! So werden das Häs, die Ruten und der Ablauf kontrolliert! 

 

Ein rauer, derber Brauch, bei dem`s auch Hiebe setzt, aber alles ohne zu übertreiben! Darum ist das Sonthofener Klausentreiben eins der Anschaulichsten im Allgäu! 

 

Hunderte Zuschauer säumen die Innenstadt, wenn am 5. und 6.Dezember ab 20.00 Uhr über hundert Rumpelklausen durch die Straßen jagen!

 

Von weitem hört man schon das mächtige Geläut der schweren Schellen, und gar furchterregend in Fell gehüllte Gestalten sind es, die mit schwingenden Ruten die vorwitzigen vor sich hertreiben, um dem gejagtem den ein oder anderen Hieb auf`s Hinterteil zu versetzen!

 

So toben die Klausen bis 22.00Uhr durch die Innenstadt um danach dem Durst nachzugeben. Bis in den frühen Morgen ziehen dann die Klausen durch die Stadt und deren Wirtsstuben, bis der Spuk in der Morgendämmerung beendet ist.

 

Auch veranstaltet der Klausenverein Sonthofen das „Bärbeletreiben“, dass am Tag der heiligen Barbara, am 4.Dezember, auch in der Innenstadt stattfindet!

 

Zum Brauch sei erklärt, das die heilige Barbara von ihrem Vater gefoltert wurde, und so früher die Mädchen von den Burschen bei Einbruch der Dunkelheit mit dem Ruf der „liederlichen Bärbel“ heimgetrieben worden sind.

 

Über Jahrzehnte erinnerten dann die Frauen an den Brauch, indem Sie gleichzeitig die Kinder beschenkten, aber auch mit der Rute die jungen Burschen und Mädchen nach Einbruch der Dunkelheit vor sich hertrieben!

 

So sind also die Bärbele in Sonthofen verkleidete Junge Frauen, die wie „alte Weiber“ angezogen sind, und mit einer Schelle um den -Bauch, einer Maske, um nicht erkannt zu werden, die die kleinen Kinder beschenken, aber auch mit der Rute die Leute vor sich hertreiben!

 

Es sind um die 80, die am 4.Dezember die Stadt unsicher machen von auch 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr.

 

Des Weiteren gestaltet der Klausenverein den Nikolauseinzug mit Weihnachtsmarkt, sowie den Christkindel Treff mit dem Abschied des Nikolauses, in dem er mit einem Ballon in prächtiger Kulisse davonfliegt, mit Tausenden Kindern die zuvor von den Klausen und Bärbele beschenkt worden sind.

 

Geschrieben von Edi Pauliner

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Dienstag, 19. November 2002

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